Gemeinde St. Martin Assel (ev.-luth.)
 

Offene Kirche 2018

Die Saison ist seit dem 17.9.2018 geschlossen.
Die Termine werden für 2019 wieder auf dieser Seite bekannt gegeben.

Die Freude, die wir an den Blumen haben, das ist noch ordentlich vom Paradiese her

(Philipp Otto Runge)


Haben Sie auch Freude an Blumen?

Draußen in Feld, Wald, Wiese oder im Garten?

Haben Sie auch so  gern Blumen  im Haus?

Haben Sie Lust, Ihre Freude zu teilen?

Blumen, Blüten, Gräser, Zweige, Moos,

gesteckt, gebunden, geflochten?


Dann laden wir Sie ein. Werden Sie FLOWERGIRL (oder- BOY) !  Erfreuen Sie sich und andere mit einemschönen Strauß für unsere Kirche!

Einmal, ab und an, oder regelmäßig – ganz wie Sie möchten. Melden Sie sich doch einfach im Pfarrbüro.St. Martin hat 3560 Gemeindeglieder und bietet Gottesdienste in verschiedenen Formen,  Kindergottesdienst, Church-Cinema,  Gruppenangebote : Soul-Teens, Rainbow-Kids, Frauenkreis genauso wie Seniorennachmittage und Geburtstagsbesuche der älteren Gemeindemitglieder. Kinderbibeltage und Jugendfreizeiten werden mit der Gemeinde Drochtersen zusammen durchgeführt.

Allgemeines zum Kirchengebäude:

An der Stätte der heutigen Kirche stand schon um 1141 auf einer Wurt eine kleine katholische Pfarrkirche, ein Feldsteinbau, der mit seinen rohen, zum Teil behauenen Steinen und seinem rundlichen Turm wie eine Trutzburg ausgesehen haben mag.
An der Nordseite der Kirche finden sich die Reste einer Tür: mit Rundbogen und Türpfosten mit Taufband, eine typische germanische Schmuckform.
In der Mitte des 16. Jahrhunderts, im Reformationszeitalter, ist dann durch Umbau und Erweiterung unser heutiges Kirchengebäude geschaffen worden.
1845 trat an die Stelle des baufällig gewordenen Rundturms der heutige stattliche, bis zu 45 m sich erhebende, Turm.
Die Kirche zu Assel, deren Schutzheiliger der heilige St. Martin ist, gehörte jahrhundertelang zum Kloster Zeven. 1445 wurde der Rektor der Parochialkirche in Assel, Dietrich Peinies, "ein Mann reifen Alters, von hervorragender Sittsamkeit, vorsichtig in geistlichen und behutsam in weltlichen Dingen", zum Leiter des Kloster Zeven berufen.

St. Martin


Unsere Kirche ist eine Martinskirche. Martin - aus Tours in Westfrankreich - war der Sohn eines hohen römischen Offiziers und von seinem Vater zum Kriegsdienst gezwungen worden. Obwohl er beim Militär war, war er Christ, was damals im 4. Jahrhundert fast als Widerspruch erschien.
Dieser Martin war nachts auf dem Pferd unterwegs und traf einen frierenden  und hungrigen Bettler. Mit seinem Schwert durchteilte er seinen eigenen Mantel, gab dem Frierenden die Hälfte und teilte auch sein Brot mit ihm - zum Gelächter seiner Kameraden.
Damit wurde Martin zum Vorbild, denn ein Christ gibt ab, wenn es darauf ankommt.
Nach seinem Leben als Einsiedler, dem Leben in einer Klostergemeinschaft, wird er Bischof. Er wohnt aber weiterhin in einer kleinen Zelle und trägt nur bei Amtshandlungen festliche Gewänder, sonst seine eigenen, armseligen Kleider. Macht lehnt er ab, das Volk liebt in dafür.


Zahlen in der Kirche

3

Der dreimal heilige Gott, Gott Vater, der Sohn und der heilige Geist.
Dreimal tauchte man den Täufling ein; drei Hände voll Erde wirft man auf den Sarg; die drei chrislichen Tugenden: Glaube, Liebe, Hoffnung

6

Die Zahl der Tage des Schöpfungswerkes. Bei uns sind sechs Delfine auf der Taufbekrönung zu sehen. Sechs ist die Zahl der Barmherzigkeit (Mt. 25, 35 ff)

8

Unser achteckiges Taufbecken erinnert an den 8. Schöpfungstag, d.h. an die mit der Auferstehung Christi beginnende neue Schöpfung, in die der Täufling hinein genommen wird. Acht ist die Zahl der Wiedergeburt durch die Taufe, der Auferstehung, des ewigen Lebens.

12

12 Stämme Israels, 12 Apostel, 12 Monate, 12 Stunden Tag und 12 Stunden Nacht. Der Asseler Altar zeigt die 12 Stationen des Leidensweges Christi und die 12 Jünger.

Besonderheiten im Innenraum:

  • Der Altar:

Der Altar stammt noch aus katholischer Zeit, 1510-1525, und wurde vermutlich nach Holzschnitten aus dem 1507 in Nürnberg erschienenen Speculum Passionis des Dürer-Schülers Hans Schäufflein angefertigt und stammt vermutlich aus einer Hamburger Werkstatt, ehemals fünfflügelig, jetzt ein einfacher Flügelaltar. Es ist ein reiner Passionsaltar, im Mittelpunkt - Mittelschrein - steht die Kreuzigung. Die Christusgestalt ist von einem anderen Schnitzer als der übrige Altar. Über dem Mittelschrein und den Seitenflügeln sieht man in den Aufsätzen mittig Maria mit dem Jesuskind, ganz links den heiligen Martin und rechts St. Georg mit dem Drachen (St. Georg lebte ca. 300 n.Ch.)  Martin steht für die Linderung der Not und St. Georg für den Kampf gegen das Böse, beides sind christliche Grundhaltungen.
Auf der Predella, mittig unter dem Mittelschrein, sieht man Christus mit den 12 Jüngern (Christus in der Mitte genau unter dem Kreuz). Die einzelnen Altarbilder sind umrahmt und gekrönt von goldenem Rankenwerk. Es ist das reichste unter den erhaltenen Bildwerken des Mittelalters im Kreisgebiet.
  • Der Taufstein mit Taufbekrönung:


Der Überlieferung nach stammt der Taufstein aus einem gestrandeten oder gesunkenen Schiff bei der Allerkindleinflut am 28.1.1248 und wurde der Legende nach bei der Marcellusflut am 16.2.1362 wieder an Land gespült.
Auf dem aus Sandstein gefertigten Taufstein sieht man vollplastische Figurendarstellungen in acht Rundbögen. Acht ist die Zahl der Wiedergeburt aus "Wasser und Geist" und erscheint häufig in Taufkapellen.1685 wurde eine Taufbekrönung von Gemeindegliedern gestiftet und rägt die Aufschrift: "Anno Domino 1685 haben etliche Liebhaber Gottes in hiesiger Gemeinde diesen Deckel aus christmilder Freygebigkeit verehret, gemacht zu Stade von Hinrich Uhrig, Hans Bältger, Hamburg".
Sechs vollplastische Delfine zieren die Taufbekrönung. Der Delfin steht als Symbol des rettenden Christus. Auf und über Taufsteinen verkündet es Wiedergeburt und Hoffnung auf Auferstehung. Die Zahl sechs steht symbolisch für Gottes Schöpfungswerk.
  • Die Kanzel:

Die Kanzel zeichnet sich durch reiche Ornamentik aus. Über der Kanzeltür steht die Inschrift. " Gehet ein durch die enge Pforte", Mathäus 7,13-14
Die vier Apostel zieren den Kanzelkorb und werden von sechs Mischwesen, abwechselnd männlich und weiblich, gehalten. Die abgebildeten Löwen scheinen dabei keine Wächter zu sein, sondern vielmehr auf den Text in 1. Petrus 5,8 zu verweisen: "Der Teufel geht einher wie ein brüllender Löwe und sucht, welche er verschlinge", denn die Kanzel wurde im 30-jährigen Krieg geschaffen.
Auf dem Schalldeckel steht der auferstandene Christus auf der Weltkugel mit Kreuzfahne, die überwundene Schlange zu Füßen.
  • Der Kronleuchter:

Der Kronleuchter wurde 1695 von einem Weinhändler aus Stade gestiftet, dessen Sohn Pastor in Assel war. Er ist aus Messing und wird von einem Engel - Justitia - gekrönt. Die oberen Zierarme sind mit Seepferdchen verziert, die mittleren mit Ranken und die unteren mit Kugelaufsätzen. Dazwischen sind die Lichtarme mit 16 Leuchtertellern in Muschelform. Er ist 1,3 m hoch und hat einen Durchmesser von 1,35 m.
  • Die Kreuzigungsgruppe

Die Kreuz-Gruppe stellt Christus am Kreuz mit Mutter Maria und dem Jünger Johannes dar und bezieht sich auf die Bibelstelle, in der Jesus sagt: "Weib, siehe, das ist dein Sohn." und zu Johannes: "Siehe, das ist deine Mutter." (Joh. 19,2-27)
Der 23. April 2012 war für die Kirchengemeinde Assel ein besonderer Tag. Die Triumph-Kreuz-Gruppe kam nach 114 Jahren wieder in die Asseler Kirche zurück.Da sie damals nur auf dem Boden aufbewahrt wurde, wurde sie 1898 vom Kirchenvorstand für 360 Reichsmark an das Provinzialmuseum zu Hannover verkauft, später kam sie nach Hildesheim. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie von der zerstörten Michaeliskirche in Hildesheim, welche seit 2008 zum Weltkulturerbe zählt, als Dauerleihgabe ausgeliehen. 60 Jahre lang stand sie gut sichtbar für Besucher in der Apsis. 2008 begann man in Hildesheim mit der Renovierung der Kirche zum 1000-jährigen Jubiläum. Damals wurde diese Gruppe durch eine moderne Plastik ersetzt. Das war der Startschuss für den Asseler Kirchenvorstand nach dem Verbleib zu fragen. Nach drei Jahren schwierigen Verhandlungen war es soweit, die Gruppe wurde uns als Dauerleihgabe überlassen. Ein Restaurator besserte sie vor Ort bei uns in der Kirche aus.
  • Die Orgel

Die Orgel wurde 1963/1964 vom Orgelbauer H. Hillebrand aus Altwarmbüchen bei Hannover gebaut.


St. Martin ausgezeichnet mit der Plakette "Lebensraum Kirchturm"


Die Aktion "Lebensraum Kirchturm" im Landkreis Stade setzt sich für ein möglichst ungestörtes Miteinander von Mensch und Tier in Kirchen ein. Für Dohle, Turmfalke, Schleiereule und Fledermaus soll auf Dauer "Kirchenasyl" gewährt werden. Wichtig ist dabei, Störungen zu vermeiden und bestehende Quartiere zu verbessern.
Die Dohle ist der kleinste Rabenvogel un Deutschland. bereits im ersten Lebensjahr wählen die Dohlen ihren Partner fürs Leben. Anders als ihr Ruf sind Dohlen sehr fürsorgliche und liebevolle "Rabeneltern". Als Höhlenbrüter nisten Dohlen besonders gerne in Nischen und Mauerlöchern von Kirchtürmen. Besonders in Dörfern und Städten fühlen sie sich wohl. Weil sie neben Insekten, Schnecken oder Samen auch Abfälle fressen, finden sie hier genügend Nahrung. Sie bevorzugen luftige Höhen. Der Asseler Kirchturm ist daher ein besonders begehrter Brutplatz. An dem 41 m hohen Kirchturm finden die Dohlen sehr gute Auf- und Abwinde. Es bereitet ihnen Freude, im Wirbel der Winde akrobatisch zu fliegen.
Der Bestand der Dohlen ist in Deutschland rückläufig. Ein Grund sind fehlende Brutplätze. Hier leistet die Asseler Kirche durch das Dulden der Dohlen einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.